Expertentalk über die Darmgesundheit

Expertentalk über die Darmgesundheit 


08.04.2021 | Miriam 

Unsere Gründerin Jennifer führte ein interessantes Interview mit der Ernährungstherapeutin (Nutritional Therapist) - und unser heutigen Expertin - Marie über Themen rund um das Bauchgefühl, ein gesundes Mikrobiom und Darmbakterien. 


Marie studierte Psychologie und arbeitete danach vier Jahre lang als Psychologin. Bei ihrer Arbeit mit ihren Klienten ist ihr der Zusammenhang zwischen psychischen Problemen (z.B. Depressionen oder Angststörungen) und der Darmflora (z.B. einem Reizdarm oder Immunkrankheiten) aufgefallen.

Daraufhin hat sie ihr Masterstudium in der Ernährungstherapie angefangen, da sie die beiden Bereiche "Psychologie" und "Ernährung" miteinander kombinieren wollte. 


Der Zusammenhang zwischen dem Darm und dem Wohlbefinden ist auch uns nicht unbekannt: 


Da 95% des Glückshormons Serotonin im Darm produziert werden, ist es reine Bauchsache sich glücklich zu fühlen. Und genau dies wollen wir mit unserem Motto: "Glück ist Bauchsache" nach Außen tragen und Menschen dazu animieren auf ihr Bauchgefühl zu hören und ihrer Intuition zu folgen.


Jennifer: "Was ist eigentlich ein Mikrobiom?"


Marie: "Den Begriff "Mikrobiom" gibt es erst seit 2001. Daran merkt man, dass das ganze Thema "Darmgesundheit und die Wichtigkeit des Darms" erst ein relativ neues Thema ist.

Technisch gesehen bilden alle lebenden Organismen, die auf oder in uns drin leben, das Mikrobiom. 

Man kann das Ganze wie einen Garten betrachten, um es sich bildlicher vor Augen zu führen: 

Die Pflanzen, die in dem Darm wachsen, sind bei uns Menschen die Bakterien und die Hefen. Und das was wir essen und an Nährstoffen zu uns nehmen, das ist der Dünger, welcher die Pflanzen füttert.

Wir haben 2 kg Bakterien in unserem Darm! Zum Vergleich: Unser Gehirn wiegt ca 1,2 kg. 

Außerdem haben wir viel mehr "Bakterien-Gene" als "menschliche Gene" in uns."


Daher ist es nicht wirklich überraschend, dass Bakterien eine riesige Auswirkung auf uns haben!


Jennifer: "Was ist die Herausforderung bei all den Bakterien?"


Marie: "Die Zeiten, in denen man Bakterien partout als "schlecht" abgestempelt hat und lediglich mit Krankheiten verbunden hat, sind vorbei. Gut so! Denn durch die schlechte Assoziation mit Bakterien haben wir jahrelang unser Mikrobiom förmlich, z.B. durch die Einnahme von Antibiotika, "abgetötet". Wir haben alles super steril gehalten, wenig fermentierte Lebensmittel gegessen und auch weniger Ballaststoffe zu uns genommen. 


Gerade Ballaststoffe sind super wichtig für deinen Körper, denn diese dienen als "Dünger für die Pflanzen in dem Garten".

Ballaststoffe sind Teile von pflanzlichen Lebensmitteln, die wir nicht selber verdauen können und welche die Bakterien und Hefen für uns verdauen. Sie sind also das Futter für unsere Darmbakterien!" 


Jennifer: "Wo finden wir Ballaststoffe?"


Marie: "Am häufigsten in der Schale von Obst und Gemüse, in Nüssen, Vollkorn und Samen." 


Jennifer: " Und was passiert, wenn ich meinem Körper keine Ballaststoffe zuführe? Sprich, meine Bakterien im Darm nicht füttere?"


Marie: "Es gibt Bakterien, die auch Zucker oder Eiweiße lieben. Die sind jedoch eher verbunden mit Krankheiten. Wenn man also zu viel diese Bakterien füttert und sie sich stark vermehren, dann führt das zu einer ungesunden Darmflora, die mit Krankheiten einhergeht, wie einem Reizdarm, der Zuckerkrankheit oder es kann ein höheres Krebsrisiko daraus resultieren. 

Wenn du aber die Bakterien, die Ballaststoffe lieben, mehr fütterst, dann fördert dies die Stärkung des Immunsystems und die Verdauung. Dies sind also eher die guten Bakterien."


Alles was wir Essen füttert also irgendwelche Bakterien in unserem Darm und das ist ein super wichtiges Thema, über welches die Menschen noch viel, viel mehr aufgeklärt werden müssen!



Jennifer: "Gibt es das "perfekte Mikrobiom"?"


Marie (lacht): "Nein, das gibt es nicht. Es wurde bereits das Mikrobiom von vielen, vielen tausenden Menschen angeschaut und man kann keine genauen Muster erkennen, wie ein "perfektes Mikrobiom" auszusehen hat. Man kann zwei ganz gesunde Menschen nebeneinander stellen und diese können zwei komplett unterschiedliche Mikrobiome haben! 

Was man jedoch weiß: Je diverser das Mikrobiom, desto besser! Man sollte sich also sehr ausgewogen und mit verschiedenen Lebensmitteln ernähren, um so die Vielfalt der Bakterien im Darm zu erhalten. 

Was man außerdem erkannt hat: 

Das Mikrobiom von Menschen mit Depressionen ist messbar anders als das von Menschen ohne Depressionen."


Jennifer: "Warum ist es so wichtig ein ausgewogenes Mikrobiom zu haben?"


Marie: "Wie bereits eben gesagt: Je diverser das Mikrobiom, desto besser! Es ist wichtig, sich vielfältig und ausgewogen zu ernähren, um die diversen guten Darmbakterien zu füttern, um die Gesundheit zu stärken. Es gibt mittlerweile viele Studien, die die Auswirkung des Mikrobioms auf den Körper (z.B. Übergewicht, Allergien, Depression, Immunsystem) zeigen. 


Auch Psychater und Mediziner sind immer überzeugter von der Wichtigkeit des Darms auf die Gesundheit."

 

Jennifer: "Was für Lebensmittel sollte man für ein ausgewogenes Mikrobiom zu sich nehmen?"


Marie: "Über Ballaststoffe (als Dünger für die Pflanzen, die du in deinem Garten haben möchtest) haben wir ja bereits eben gesprochen und desto mehr verschiedene Arten von Ballaststoffen man isst, desto besser. 

Es gibt eine Studie, die zeigt, dass Menschen, die mehr als 30 verschiedene Arten von Pflanzen die Woche über essen, ein merkbar gesünderes Mikrobiom haben, als Menschen die z.B. nur 10 oder weniger Pflanzen essen. Das hört sich zunächst nach sehr vielen Pflanzen an, die man essen sollte, aber dazu zählen auch Nüsse, Samen und Vollkorn.


Ich empfehle meinen Klienten zumindest einmal ein Stück Obst oder Gemüse in jeder Farbe des Regenbogens gegessen zu haben. Dann hat man schon mal die meisten Arten von Ballaststoffen zu sich genommen."


"Außerdem sind fermentierte Lebensmittel super: 

Sauerkraut, lebendiger (unpasteurisierter) Joghurt, Kimchi (Kimchi ist die koreanische Version von Sauerkraut mit Ingwer, Chili und Karotte), Kefir und Kombucha enthalten meistens die guten Bakterien, die wir zu wenig in unserem Körper haben. 

Diese Lebensmittel findet man häufig im Reformhaus und zum Teil auch im Supermarkt, wenn man gut schaut. 


Bei Kombucha muss man besonders darauf achten, dass dieser unpasteurisiert und noch mit lebenden Mikroorganismen hergestellt wird." 


So wie unser Kombucha, der traditionell langzeitfermentiert wird und die lebenden Mikroorganismen enthält: 


"Eine weitere Nahrungsgruppe, die wichtig ist: Lebensmittel, die Omega-3-Fettsäuren enthalten. Dies ist eine nicht gesättigte Fettsäure, die unser Körper braucht, wir jedoch nicht so häufig zu uns nehmen. Man findet sie in fettigem Fisch, Meeresfrüchten, Walnüssen und Samen wieder.

Die Wissenschaft zeigt, dass wenn man Omega-3-Fettsäuren ausreichend zu sich nimmt, dies den Darm reguliert. 

Sie sind quasi wie ein Gärtner, der durch den Darm geht und schaut, was gut hierher passt und was nicht und verändert dies dann für uns."


Jennifer: "Was sind also deine zusammenfassenden Tipps?"


1. Iss den Regenbogen (mit vielen Ballaststoffen)

2. Bewegung (Menschen, die sich mehr bewegen, haben 5% mehr hilfreiche Bakterien) 

3. Stress-Management (selbst kurze Stressphasen haben eine negative Auswirkung auf dein Darm-Mikrobiom) 

4. Lebendige Bakterien zu sich nehmen: Durch Kombucha, Sauerkraut, Kefir oder lebendigen Joghurt

5. Guter Schlaf und Nachts nichts essen


Jennifer: "Unsere Community hatte noch folgende Fragen an dich..."


1. Woher weiß ich, ob ich einen gesunden und ausgewogenen Darm habe? 


Marie: "Zum einen gibt es Stuhltests, die du bei einer Ernährungsberaterin machen kannst. Dort wird genau analysiert, welche Bakterien und Hefen sich in deinem Darm befinden und wie deine Verdauung aussieht. Das kostet ungefähr 250€. Man kann es jedoch auch spüren: Wenn du oft Blähungen, Krämpfe, einen Blähbauch, Durchfall oder ähnliches hast, dann solltest du deine Ernährung eventuell etwas umstellen."


2. Was kann man gegen Blähungen tun? 


Marie: "Das ist schwierig pauschal zu beantworten. Es kommt immer auf die Diät an. Wenn man viele Bohnen oder Kohl isst, dann kann dies die Ursache sein. Probiotika können in manchen Fällen dagegen helfen, jedoch sollte man sich vorher professionell beraten lassen. Ich empfehle es, einen Test zu machen, ob es bestimmte Unverträglichkeiten gibt."


3. Wie viel Kombucha muss ich trinken, um einen gesunden Darm zu haben?


Marie (lacht): "Auch hier heißt es: Höre auf dein Bauchgefühl! Das kann bei jedem unterschiedlich sein und man sollte immer individuell schauen, wie viel dein Mikrobiom verträgt."


In diesem Sinne - Cheers und vielen Dank für dieses spannende und interessante Interview, Marie!




08.04.2021

RHO Kombuchas Angestellte und Blogverfasserin Miriam


Von Miriam

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